
Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken – mit überbetrieblichen Pflege-Guides
Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken – mit überbetrieblichen Pflege-Guides
Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist für viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ein zentrales Trendthema. Immer mehr Beschäftigte übernehmen Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige, gleichzeitig stehen Betriebe vor großen Herausforderungen im Wettbewerb um Fachkräfte. Hier setzt das Landesprogramm an. Eine wichtige Rolle spielen dabei die überbetrieblichen Pflege-Guides.
Was ist ein überbetrieblicher Pflege-Guide?
Überbetriebliche Pflege-Guides sind externe Ansprechpersonen für Unternehmen – insbesondere für kleine und mittlere Betriebe, die keine eigenen betrieblichen Pflege-Guides einsetzen können.
Sie unterstützen Geschäftsführungen und Personalverantwortliche dabei,
- Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege einzuordnen,
- gesetzliche Rahmenbedingungen (z. B. Pflegezeitgesetz, Familienpflegezeitgesetz) zu verstehen,
- innerbetriebliche Lösungsansätze zu entwickeln,
- geeignete Ansprechpersonen im Unternehmen zu identifizieren,
- bei versorgungsspezifischen Fragen an regionale Beratungsstellen weiterzuleiten.
Dabei unterscheiden sie klar zwischen allgemeinen Vereinbarkeitsthemen und spezifischen Pflegethemen und übernehmen eine Lotsenfunktion in die regionale Unterstützungsstruktur – etwa zur Pflegeberatung, Wohnberatung oder spezialisierten Beratungsangeboten.
So ermöglichen überbetriebliche Pflege-Guides eine professionelle Unterstützung auch in Unternehmen, die keine eigene interne Struktur zu diesem Thema aufgebaut haben.
Die modulare Online-Qualifizierung
Das Landesprogramm bietet eine kostenfreie modulare Online-Qualifizierung, die Beratende gezielt dazu befähigt, die Rolle des überbetrieblichen Pflege-Guides zu übernehmen.
Die Qualifizierung vermittelt unter anderem:
Basismodul
- Einordnung der Pflegevereinbarkeit im Kontext von Arbeitsmarkt und Fachkräftesicherung
- Überblick über gesetzliche Rahmenbedingungen (PflegeZG, FPfZG)
- Kenntnisse zum Landesprogramm „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege NRW“ und seinen Instrumenten (z. B. betrieblicher Pflegekoffer)
- Sensibilisierung für betriebliche Herausforderungen und regionale Netzwerke
Aufbaumodul
- Basiswissen zu Leistungen der Pflegeversicherung
- Fähigkeit, Pflegethemen im Beratungsgespräch sicher zu erkennen
- Kompetentes Weiterleiten an regionale Pflegeberatungsstellen
- Entwicklung erster Umsetzungsideen für die Tätigkeit als überbetrieblicher Pflege-Guide
Die Qualifizierung findet in zwei jeweils 3,5-stündigen Online-Terminen statt und wird durch das Servicezentrum des Landesprogramms durchgeführt.
Welche Voraussetzungen sollten Interessierte mitbringen?
Um als überbetrieblicher Pflege-Guide tätig zu werden, sind insbesondere folgende Voraussetzungen hilfreich:
- Erfahrung in der Beratung oder Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen, insbesondere zu Themen besonderer Lebenslagen
- Kenntnisse regionaler Unterstützungsstrukturen
- Gute Vernetzung in der Region
- Vertrautheit mit einer zugewandten, unterstützenden Kommunikation
Mehrwert für Unternehmen
Überbetriebliche Pflege-Guides leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung familienfreundlicher Unternehmenskulturen. Sie helfen Betrieben,
- Mitarbeitende in Pflegesituationen besser zu unterstützen,
- Ausfallzeiten zu reduzieren,
- Know-how im Unternehmen zu halten,
- soziale Verantwortung sichtbar zu übernehmen.
Damit fördern sie nachhaltig die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Nordrhein-Westfalen.
Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Flyer.
Sie interessieren sich für das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“?
Für alle Fragen rund um das Landesprogramm steht Ihnen Bianca Heep unter der Telefonnummer 030 / 2218298 30 oder per E-Mail an berufundpflege@kda.de gerne zur Verfügung.