
Befragung zur Lage pflegender Angehöriger
Befragung zur Lage pflegender Angehöriger
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat rund 1.500 pflegende Angehörige bundesweit zu ihrer Lage als pflegende Angehörige befragt und dabei auch die regionalen Unterschiede in den Blick genommen.
In der Mehrzahl (67,2 Prozent) sind die Befragten zwischen 20 und 64 Jahren. Das Durchschnittsalter liegt bei 59 Jahren. Somit zählen die Mehrzahl der Befragten zu der Gruppe der Erwerbsfähigen. 60,4 Prozent der pflegenden Angehörigen sind weiblich und 39,6 Prozent männlich. Dies zeigt weiterhin, dass die informelle Pflege nicht geschlechtsneutral verantwortet wird, sondern sich traditionelle Rollenbilder fortschreiben. Dies wirkt sich nachhaltig auf die jeweiligen Erwerbsbiografien, das Einkommen und die Gesundheit der Betroffenen aus.
Versorgungs- und Betreuungssituation
63 Prozent der pflegenden Angehörigen versorgen und betreuen täglich die pflegebedürftige Person. Hierzu reduzierten 45 Prozent der Befragten ihre Erwerbsarbeit. Die Dauer der Pflegesituationen besteht ein bis zu fünf Jahre in der Häuslichkeit. Rund 85 Prozent der versorgten Pflegebedürftigen haben Pflegegrad 2 oder Pflegegrad 3. In 52,6 Prozent der Haushalte werden die befragten Hauptpflegepersonen von weiteren Personen in der Betreuung und Pflege unterstützt.
Erwerbstätigkeit der pflegenden Angehörigen
Mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) ist erwerbstätig, ein Drittel aller Befragten (31,3 Prozent) in Vollzeit und jede vierte befragte Person (27,7Prozent) arbeitet in Teilzeit.
Zusammenfassung
Die Befragung zeigt die Relevanz einer bedarfsorientierten Information und niedrigschwelliger Beratung zu Unterstützungsangeboten und einer Stärkung wohnortnaher Unterstützungsstrukturen wie lokale Netzwerke und nachbarschaftliche Hilfe.
Hier können Sie die Studienergebnisse zur Lage pflegender Angehörige vom WIdO nachlesen.