Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Keine Zeit mehr für soziale Kontakte

22.04.2026|Vereinbarkeit

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Keine Zeit mehr für soziale Kontakte

Berufstätigkeit und die Pflege eines Angehörigen miteinander zu vereinbaren, erfordert zusätzliche Zeit bei einem bereits gefüllten Terminkalender. Nicht selten wird dieser zeitliche Mehraufwand durch das Reduzieren von sozialen Kontakten ermöglicht. Dies birgt für pflegende Beschäftigte das Risiko, sich zurückzuziehen und sich mit ihrer Situation allein zu fühlen. Doch Einsamkeit ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko.

Das Projekt „Stärker im Miteinander – Sozialstaat gegen Einsamkeit“ (SiM) der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG) nimmt das Thema Einsamkeit genau in den Blick. Das 2026 vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt möchte Mitarbeitende an wichtigen Kontaktpunkten des Sozialstaats dafür sensibilisieren, Einsamkeit wahrzunehmen und Betroffene anzusprechen. Zu diesen Kontaktpunkten gehören unter anderem das Gesundheitswesen, der Arbeitsmarkt, der soziale Bereich und Betriebe.

Einsamkeit frühzeitig angehen

Wichtig ist, von Einsamkeit betroffene Menschen frühzeitig zu erkennen und auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam zu machen. So kann dazu beigetragen werden, sozialer Isolation entgegenzuwirken und mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden.

Hierfür entwickelt das SiM-Projekt unter anderem Leitfäden, Checklisten und Flyer für Fachkräfte sowie Informationsmaterialien für Betroffene. Ziel ist es auch, die Vernetzung zwischen den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Soziales zu stärken.

Auch Unternehmen können dazu beitragen, dass Beschäftigte mit Pflegeverantwortung nicht allein bleiben. Eine offene Kommunikation und betriebliche Ansprechpersonen können dabei helfen, Unterstützung niedrigschwellig zugänglich zu machen. Das Landesprogramm „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege NRW“ bietet hierfür zahlreiche Angebote.

Weiterführende Informationen

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier hilfreiche Hinweise:

  • Flyer: Einsamkeit erkennen und ansprechen
  • Informationsflyer: Anlaufstellen und Angebote für Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind
  • Hörbeitrag zum Thema Einsamkeit
  • Broschüre der Fach- und Koordinierungsstelle der Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz zum Thema Einsamkeit

Für Informationen zum Landesprogramm kontaktieren Sie uns gerne per Mail an berufundpflege@kda.de oder telefonisch unter +4930221829830.

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