Vereinbarkeit gemeinsam gestalten: Was interne Mitarbeitenden-Netzwerke bewirken können

22.04.2026|Pflegevereinbarkeit

Vereinbarkeit gemeinsam gestalten: Was interne Mitarbeitenden-Netzwerke bewirken können

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege geht es nicht nur um einzelne Maßnahmen oder flexible Arbeitszeitmodelle. Auch die Unternehmenskultur und die Frage, ob Pflege im Arbeitsalltag sichtbar und ansprechbar ist, spielen eine wichtige Rolle.

Praxisbeispiel: Mitarbeitenden-Netzwerke der Sparkasse Bremen

Einen interessanten Ansatz verfolgt die Sparkasse Bremen. Dort wurden Mitarbeitenden-Netzwerke zu verschiedenen Vereinbarkeitsthemen aufgebaut, darunter auch ein Netzwerk für Beschäftigte, die Angehörige pflegen. Ziel ist es, Betroffenen Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung zu geben und gleichzeitig Ideen für Veränderungen innerhalb der Organisation zu entwickeln.

Vom persönlichen Austausch zur strukturellen Veränderung

Gerade beim Thema Pflege kann ein solches Netzwerk eine wichtige Funktion übernehmen. Denn Pflegeverantwortung ist im Berufsalltag häufig weniger sichtbar als beispielsweise Elternschaft. Ein internes Netzwerk kann dazu beitragen, das Thema aus der individuellen „Privatsache“ herauszuholen und Betroffenen die Gelegenheit zu geben, offen über ihre Situation zu sprechen und gemeinsam an der Weiterentwicklung der Vereinbarkeit im Unternehmen zu arbeiten. Beschäftigte kennen ihre eigenen Herausforderungen und häufig auch mögliche Lösungen besonders gut. Werden ihre Erfahrungen systematisch einbezogen, kann daraus ein wichtiger Impuls für die gesamte Organisation entstehen.

Was können andere Arbeitgeber daraus mitnehmen?

Das Beispiel zeigt: Ein erster Schritt für mehr Vereinbarkeit kann darin bestehen, Beschäftigte miteinander ins Gespräch zu bringen und Erfahrungen sichtbar zu machen.

Für Arbeitgeber können sich daraus verschiedene Fragestellungen ergeben:

  • Welche Herausforderungen sind mit der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbunden?
  • Gibt es bei uns einen vertraulichen Raum für Austausch und Unterstützung?
  • Wie können Erfahrungen pflegender Beschäftigter in die Weiterentwicklung unserer Arbeitsorganisation einfließen?
  • Welche bestehenden Strukturen im Unternehmen könnten dafür genutzt oder weiterentwickelt werden?

Dabei muss ein Mitarbeitenden-Netzwerk nicht für jedes Unternehmen gleich aussehen. Entscheidend ist, dass es zur jeweiligen Organisation passt und von der Unternehmensleitung unterstützt wird.

Zum Weiterlesen

Hier können Sie das Modell der Mitarbeitenden-Netzwerke bei der Sparkasse Bremen ausführlich nachlesen: Mitarbeitenden-Netzwerke für mehr Vereinbarkeit – Case Study bei Neue Narrative

Sie suchen nach Unterstützung?

Das Landesprogramm „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege“ unterstützt Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen dabei, gute Rahmenbedingungen für Beschäftigte mit Pflegeverantwortung zu schaffen. Neben individuellen Beratungsangeboten geht es dabei auch um die Frage, wie Unternehmen Vereinbarkeit nachhaltig in ihren Strukturen und ihrer Unternehmenskultur verankern können.

Für alle Fragen steht Ihnen Bianca Heep unter der Telefonnummer 030 / 2218298 30 oder per E-Mail an berufundpflege@kda.de gerne zur Verfügung.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!