Internationaler Tag der Pflegenden: Wenn berufliche und private Pflege aufeinandertreffen

22.04.2026|Vereinbarkeit

Internationaler Tag der Pflegenden: Wenn berufliche und private Pflege aufeinandertreffen

Zum 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflegenden, möchten wir eine oft wenig beachtete Gruppe in den Fokus rücken: Mitarbeitende aus Pflegeunternehmen, die zusätzlich private Verantwortung für die Pflege von Angehörigen übernehmen – sogenannte Double Duty Carer.

Was auf den ersten Blick nach einer „lösbaren Aufgabe“ klingt, ist in der Realität eine besondere Herausforderung. Denn auch Pflegefachpersonen sind in der eigenen Familie vor allem eines: Angehörige. Emotionale Nähe, persönliche Verantwortung und Unsicherheit verändern die Situation grundlegend. Fachliche Kompetenz tritt in den Hintergrund und höhere Erwartungen aus dem Umfeld können zusätzlichen Druck erzeugen.

Zwischen Beruf und Familie: Eine doppelte Belastung

Studien zeigen, dass Menschen mit Pflegeausbildung häufiger auch im privaten Umfeld Pflege übernehmen. Doch die Annahme, dass „die Profis das ja schaffen“, greift zu kurz.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bedeutet für diese Beschäftigten:

  • das Navigieren zwischen unterschiedlichen Rollen
  • emotionale Belastungen durch Nähe zur pflegebedürftigen Person
  • besondere organisatorische Herausforderungen im Alltag (keine Homeoffice-Möglichkeit)
  • und vor allem: hohe Erwartungen im privaten und beruflichen Umfeld

Umso wichtiger ist ein bewusstes Erwartungsmanagement, insbesondere durch den Arbeitgeber.

Was Unternehmen tun können

Gerade Einrichtungen im Gesundheitswesen haben besondere Möglichkeiten, ihre Mitarbeitenden zu unterstützen:

  • individuelle Lösungen bei Arbeitszeit und Dienstplanung
  • Zugang zu internen oder externen Pflegeberatungsangeboten
  • Nutzung vorhandener Pflegeinfrastruktur (z. B. Kurzzeitpflege, ambulante Dienste)
  • feste Ansprechpersonen für Fragen der Vereinbarkeit

Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zur individuellen Entlastung, sondern sichern gleichzeitig ihre Fachkräfte im Betrieb und die Versorgung der Gesellschaft.

Das NRW-Landesprogramm zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Unterstützung für Unternehmen

Das Landesprogramm unterstützt Unternehmen dabei, sich pflegesensibel aufzustellen und Beschäftigte in Pflegesituationen zu begleiten. Zentrale Bausteine sind:

  • Sensibilisierung von Führungskräften für das Thema Pflegeverantwortung
  • Qualifizierung betrieblicher Pflege-Guides
  • Praxisnahe Informationsangebote, wie der betriebliche Pflegekoffer
  • Vernetzung mit regionalen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen

Mehr als 150 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nehmen bereits am Landesprogramm teil und setzen ein Zeichen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

Gute Praxis aus Nordrhein-Westfalen: Das Luisenhospital in Aachen

Wie konkrete Unterstützung aussehen kann, zeigt das Beispiel unseres Vereinbarkeitspartners, des Luisenhospitals in Aachen. Individuelle Beratung durch qualifizierte Pflege-Guides und flexible Lösungen für Akutsituationen können Mitarbeitende mit Pflegeverantwortung gezielt entlasten.

Das Video macht deutlich: Eine pflegesensible Unternehmenskultur ist entscheidend, damit Beschäftigte offen über ihre Situation sprechen können und passende Unterstützung erhalten.

Das Good Practice Video des Luisenhospitals finden Sie hier:

Interesse?

Für weitere Informationen und zur Teilnahme am Landesprogramm nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Bianca Heep steht Ihnen unter der Telefonnummer 030 / 2218298 30 oder per E-Mail an berufundpflege@kda.de für alle Fragen zur Verfügung.

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