
Unterstützung für pflegende Mitarbeitende im Evangelischen Krankenhausverein zu Aachen
Demografischer Wandel im Fokus
Unterstützung für pflegende Mitarbeitende im Evangelischen Krankenhausverein zu Aachen
Der demografische Wandel stellt nicht nur das Gesundheitswesen vor neue Herausforderungen in der Versorgung von Patientinnen und Patienten, er wirkt sich auch auf die Mitarbeitenden selbst aus. Der Evangelische Krankenhausverein zu Aachen, Vereinbarkeitspartner des Landesprogramms seit 2023, reagiert auf diese Entwicklung mit gezielten Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in allen seinen Einrichtungen.
Pflege-Guides als zentrale Anlaufstelle
Dabei setzt der Krankenhausverein vor allem auf sogenannte Pflege-Guides: Drei qualifizierte Mitarbeitende stehen ihren Kolleginnen und Kollegen bei Fragen rund um die häusliche Pflege beratend zur Seite. Sie bieten Orientierung und unterstützen dabei, individuelle Lösungen für die Vereinbarkeit von beruflichen Anforderungen und familiärer Pflege zu finden.
Dorothee Koenen, Leiterin der Pflegeeinrichtung Haus Cadenbach, betont die Bedeutung dieses Angebots: Der Bedarf sei in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Während früher vor allem die Kinderbetreuung im Fokus stand, sehen sich heute immer mehr Mitarbeitende mit der Pflege von Eltern oder anderen Angehörigen konfrontiert.
Ganzheitlicher Ansatz zur Entlastung
Auch Oliver Wittig, Leiter der Pflege, der Therapie und des Sozialen Dienstes am Luisenhospital Aachen, unterstreicht die umfassenden Auswirkungen einer Pflegesituation: „Die Versorgung von Angehörigen beeinflusst das gesamte Leben, beruflich wie privat.“
Um dem gerecht zu werden, verfolgt der Krankenhausverein einen ganzheitlichen Ansatz. Neben der Beratung durch Pflege-Guides profitieren betroffene Mitarbeitende von zwei zusätzlichen Urlaubstagen, wenn sie Angehörige zu Hause pflegen.
Sensibilisierung im gesamten Unternehmen
Ein zentrales Ziel der Maßnahmen ist es, das Thema Pflege stärker ins Bewusstsein zu rücken, sowohl bei Führungskräften als auch bei Mitarbeitenden. Durch die strukturierte Beratung wird sichergestellt, dass alle Berufsgruppen, auch außerhalb der direkten Pflege, Zugang zu relevanten Informationen erhalten.
Trotz der hohen Fachkompetenz vieler Mitarbeitender im Pflegebereich zeigt sich: Der Unterstützungsbedarf ist auch hier groß. Denn die persönliche Betroffenheit in der eigenen Familie bringt neue Herausforderungen mit sich, die über das berufliche Wissen hinausgehen.
Das Interview mit Dorothee Koenen und Oliver Wittig können Sie hier im Wortlaut nachlesen: https://www.angehoerige-pflegen.de/der-demografische-wandel-wirkt-sich-auch-auf-unsere-mitarbeiterschaft-aus/
Unser Good-Practice-Video aus dem Luisenhospital Aachen finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=iyVQQ0nqkDo&t=1s